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SolidWorks und die meist gestellten Fragen für Neulinge und Neuanwender

aus CAD42, dem Nachschlagewerk für Experten

Inhaltsverzeichnis

SolidWorks und die meist gestellten Fragen für Neulinge und Neuanwender

Fernab von Marketing-Schreiberei, Vertriebs-Highlights und „Meiner-ist-aber-länger“- Diskussionen braucht man sich wenig Kopfzerbrechen machen: wenn man mit einem der Produkte vernünftig umgehen kann, wird der Ein- oder Umstieg auf die andere Software verhältnismäßig glatt laufen.


Umstieg vom 3D-FremdCad auf SolidWorks


Vom Prinzip her sind sich die meisten 3D-CAD's recht ähnlich (auch wenn ich einige Marketinger und Vertriebler jetzt hüben und drüben aufheulen höre). Und ein anderes Prinzip ist es ja letztlich, was den Umstieg schwer macht, eine andere Denkweise. In dem Moment, wo es ins Detail geht, offenbaren sich die Unterschiede hauptsächlich in der Bedienung und nur teilweise in der Funktionalität. Was man braucht kann man selbst mitbringen: den Willen, mit dem System arbeiten zu wollen. Sobald man in die Schiene verfällst "Mein altes BrummCAD konnte das aber viel besser als dieses blöde PengCAD" hast du verloren. Das gilt in alle Richtungen beim Wechsel. Wenn man schon die Möglichkeit hat umzusteigen schließt das hoffentlich eine gute Schulung mit ein; ungeachtet des oben Gesagten ist die Bedienung bei einer Umstellung nicht schwer zu erlernen, aber allein schon 2 Tage Schulung um den Umgang in Ruhe lernen und die Andersartigkeit schätzen zu lernen ist es sicher wert. Und wenn man aus dem "Ich muss auf SolidWorks umsteigen" ein "Toll, ich darf noch ein System kennenlernen und werd dafür auch noch bezahlt" macht steht doch einem angenehmen Erstkontakt nichts mehr im Wege. Also, bange machen gilt nicht, es gibt Zehntausende (echt jetzt!!!!) von zufriedenen SolidWorks-Anwendern, die Spaß an und mit dem Werkzeug ihrer Wahl (oder der des Chefs) haben, da wirst du das mit ein bisschen Wille sicher auch schaffen.


Stand 29.08.05


Umstieg vom 2D-Cad auf SolidWorks


Der Umstieg vom Zeichenbrett oder 2D-System zu einem 3D-System ist nicht einfach, aber auch nicht unmöglich. Der Vergleich mit autofahren und fliegen ist meiner Meinung ganz passend.Schwierig ist es den „alten Hasen“ neue Wege auf zu tun und ihr alten Denkens- und Arbeitsweisen über den Haufen zu werfen.

Es ist kein zeichnen im eigentlichen Sinne mehr, sondern man baut seine Maschinen, Werkzeuge, Formen, usw, virtuell auf, man ist also Maschinenbauer, Werkzeugmacher,Schweißer und Elektriker vor seinem PC. Will sagen, diese Art der Konstruktion kommt dem praktischen Arbeiten sehr Nahe weil man genauso Konstruiert wie es auch später mal gefertigt wird. Die eigentliche Zeitersparnis oder höhere Produktivität stellt sich beim 3D-Cad zwar schon in der Konstruktionsphase ein, merklich höhere Produktivität stellt sich aber hauptsächlich in den Änderungsphasen und der Datenpflege ein. Hier werden(mit Ausnahmen) die Datensätze komplett mit geändert. Soll heißen, ändert man ein Teil, ändern sich die Baugruppen und Zeichnungen automatisch mit. Das ist bisher im 2D-CAD ein unerreichtes Ziel und der große Vorteil des 3D-CAD. Es gehen keine Änderungen in irgendwelchen Ansichten mehr verloren. Das übernimmt das 3D-CAD für mich und zwingt mich eine nötige Disziplin beim Konstruieren anzunehmen.Das entbindet mich aber nicht von der Pflicht die geänderten Daten nach den Änderungen noch mal in Augenschein zu nehmen und die einen oder anderen „verloren gegangenen“ Beziehungen wieder gerade zu biegen.


Folgende Punkte sind eigentlich kriegsentscheidend für einen Umstieg von 2D- auf 3D-CAD:


  • Mit einem 3D-CAD ist die Arbeitsweise wesentlich komplexer, da viel mehr Informationen eingegeben, aber auch zurückgegeben werden. Das kann am Anfang natürlich sehr unübersichtlich werden.
  • Oft wird angenommen, dass ein Konstrukteur ohne Probleme auf 3D umsteigen kann. Mit einigen Ausnahmen eigentlich völlig Falsch. Eine gute Schulug und später viel Hartnäckigkeit sind die Basis für eine erfolgreiche 3D-Karriere und produktives Arbeiten.
  • Gerade bei Neuentwicklungen und im Prototypenbau wird viel mehr der Zeit vom Herstellungsprozesses in den Entwicklungsbereich verlagert, d.h. in der Konstruktionabteilung wird normalerweise mehr Zeit für eine Konstruktion verwendet, als wenn man mit 2D arbeitet. Dafür fällt aber sehr viel Zeit für "gebastel" in der Produktion weg (etwas salopp ausgedrückt)! Ein Produkt hat (in den meisten Fällen) nach der Konstruktion ein höhere Qualität als wenn man mit 2D arbeitet.
  • Die Datenstruktur wird so übernommen, wie sie bis anhin war??? Das kann schwierig werden: in einem 2D-CAD ist jede Zeichnung in sich geschlossen (normalerweise), alle Informationen sind im entsprechenden File abgelegt. Aber nicht so im 3D-Bereich: hier sind u.U. hunderte von Files als X-Ref miteinander verknüpft und sollten möglichst nicht mehr verschoben werden. Ein kleines Beispiel, ich habe ein Baugruppe mit 25.000 Teilen erstellt und will sie per Email verschicken. Schicke ich nur die Baugruppendatei bekommt der Enpfänger ein leeres File und jede Menge Fehlermeldungen.
  • Man sollte sich schon zu Beginn der 3D-Phase gut überlegen, wo werden z.B. Normteile abgelegt, wie soll der Konstruktionsbaum mit Verzeichnissen aufgebaut werden, usw..? Der Einsatz eines PDM-System (Datenbanksystem) ist auf jeden Fall sinnvoll, auch wenn die Wahl „nur“ auf ein kleines PDM-System fällt. Ab 2 Konstrukteuren die verschiedene Denkensweisen bei der Dateiablage haben wird die Datenverwaltung über kurz oder lang im grenzenlosen Chaos enden wenn man nicht im Vorfeld genaue Richtlinien für's Datenhandling vorgegeben hat.


Stand 29.08.05


Reseller und verfügbare Versionen


In dieser Liste (http://solidworks.cad.de/ll_vertrieb.htm) findet man schon gute Kontakte zu Vertrieblern, auch wenn das noch lange nicht alle sind.

Hier bekommt man auch 90-Tage-Test-Versionen um das Programm und natürlich auch die Vorzüge des Programms man genauer in Augenschein zu nehemen. Ich habe die Erfahrung gemacht das 90 Tage nicht ausreichen um einen wirklichen Eindruck zu gewinnen. Man hat ja auch mehr zu tun als mit nem neuen Programm „rumzuspielen“. Meistens zeigen sich die Reseller großzügig und verlängern auch noch mal.

Für die Studenten unter uns gibt es die Studenten-, oder auch EDU-Version. Die ist schon ab 159,99 euro zu haben, ist aber auf 24 Monate lizensiert. Wie ich meine eine gute Alternative zu aus dem Netz gebrannte und virenverseuchte Schwarz-Versionen.

Seid kurzen hat Solidworks die Vertriebsstruktueren ein wenig geändert. Im Großen und ganzen wurden die Pakete neu geschnürrt und aus dem Office und Office-Professionell wurde das Office Professionell und jetzt gibt es noch das Office Premium, welches für Maschinenbauer und Verbrauchsgüterkonstrukteure(was für ein Wort) eigentlich unerlässlich ist. Einzelheiten über die Paketumfänge können auf den HP's der Reseller eingesehen werden.


Stand 29.08.05


Schulungsbücher


wenn du nach guten Büchern suchst wirst man aber auch schnell merken das fix 100 Euro oder mehr dafür übern Ladentisch gehen. Schulungsbücher gibt es viele am Markt, über die Qualität hört man viel. Wo sich aber fast alle einig sind ist,dass die besten SWX-Lehrbücher die man in den Hände halten kann von SWX selber sind und können über den Reseller bezogen werden.

Die sind aber auch nicht gerade preiswert, aber immer Ihr Geld wert. Wenn man den Einstieg es etwas kostengünstiger will kann ich nur raten die Onlinehilfe(in SWX enthalten) durch zu ackern. Die ist auch sehr gut und reicht zum "laufen lernen " voll und ganz aus. Wenn's in die Tiefe gehen soll ist eine ausführliche Schulung auf jeden Fall ratsam.


Stand 29.08.05


Schulung


In der Liste der Reseller (http://solidworks.cad.de/ll_vertrieb.htm) findet man auch Kontakte um Schulungen zu buchen. Auch hier gilt die Liste ist lang und man kann schlecht eine pauschale Aussage über alle Schulungen treffen. Sicherlich ist es sinnvoll sich vor einer Schulung schon mal mit SolidWorks zu beschäftigen. Hier kann man die Onlinehilfe gut nutzen, auch gerne 2-3 Mal durchackern. So festigen sich Abläufe und Funktionsweisen recht gut. Dann einfach mal ein kleines Projekt aus dem Alltag umsetzen. Und wenn man nur die Wohnzimmerschrankwand mal nachbaut. Wenn man mit dem Ergebnis zu frieden ist, ist man auch bereit für die Schulung. So kann man schon jede Menge Fragen stellen. Auch wenn man sich bei den anderen Schulungsteilnehmern nicht gerade beliebt macht oder schnell als Streber abgestempelt wird, wir sind nicht im Kindergarten und können da gut mit Leben. Schließlich will man ja was für das Geld auch mit nach Hause nehmen. Und was bringen mir die Fragen im Hinterkopf wenn der Kurs schon zu Ende ist.

Die Schulungen gehen in der Regel 5 Tage, können aber auch vom Anwender, dem Wissensstand der Teilnehmer und den besonderen Bedürfnissen auch abweichen. Regelsätze sind zwischen 200 und 300 Euro pro Tag & Person.

Nach der Basisschulung gibt es weitere Vertiefungen:

  • Blech
  • komplexes Modellieren
  • große Baugruppen
  • Zeichnungsableitung
  • API
  • Zusatzanwendungen wie PhotoWorks, Animator, ...

Es gibt auch Update-Schulungen für die neuen Versionen. Hier werden die wesentlichen der neuen Funktionen dieser Version gezeigt.

Stand 29.08.05

Wartungsvertrag


Der Wartungs- oder auch Subscriptionvertrag beinhaltet in der Regel:

  • Kostenlose Hotline für die telefonische Unterstützung bei technischen Fragen oder Bedienungsprobleme.
  • Kostenlose Servicepack's (SP's), in denen Fehler der Software(jede Software hat Fehler und benötigte diese SP's) korrigiert werden. Auch wenn das hin und wieder mal nicht so richtig klappt.
  • Kostenloses Upgrade auf jede folgende Version.
  • Möglichkeit an Webcasts von SolidWorks (http://www.solidworks.com/) teilzunehmen.
  • Zugang auf Bereiche der SolidWorks (http://www.solidworks.com/)-Webseite, z.B. Archiv der Webcasts

Grundsätzlich ist es so, das man den Wartungsvertrag nicht zwingend kaufen muss. Ich würde es aber jedem raten dies zu tun der vor hat die Software länger als nur 2 Jahre einzusetzen. Erfahrungsgemäß ist der Jahresbeitrag für die Wartung 1/5 des Kaufpreises. Mal mehr mal weniger, aber in der Regel ist es so. Wen wunderts denn da, das die Abschreibung für die Software auch 5 Jahre ist. Jetzt ist fraglich wie lange man mit SolidWorks ohne Wartung, ohne neue Versionen ohne ServicePacks produktiv arbeiten kann. Richtig!!!! nicht sehr lange.... erschwerend ist auch die Tatsache, das SolidWorks durch die ständig neuen Features nicht Rückwärtskompatibel ist. Sprich, man kann 2005er-Daten nicht in 2004 öffnen. Wenn man jetzt noch in der Pflicht ist mit Kunden und Lieferanten Daten austauschen zu müssen hast man spätestens nach dem ersten Jahr ein gewaltiges Problem. Denn alle updaten und man slbst kann keine Daten mehr handlen und schon hat man sich selbst wegrationalisiert und hat Platz für seine Konkurrenz gemacht. Man sollte den Wartungsvertrag als RatenKauf für die nächste Version sehen. denn 1500 Euro sind gerade für kleinere Firmen leichter zu verkraften als 7500 Euro(Preise ohne Gewähr) auf einmal. Zusätzlich bekommt man technischen Support, die SP's und jedes neue Release kostenlos nach Hause geschickt bzw. zum download angeboten. Irgendwann kommt man um eine neuere Version eh nicht drum herum und da ist der WV in meinen Augen die bessere Lösung. Die Kosten sind die gleichen, nur besser verteilt.


Stand 29.08.05

Kostenlose Hilfe ---> CAD.de


SolidWorks-Forum auf www.CAD.de (http://ww3.cad.de/cgi-bin/ubb/forumdisplay.cgi?action=topics&number=2) ... man wird schnell merken, egal ob mit oder ohne Wartunsvertrag, die eine oder andere Frage kommt auf, die von der Hotline nicht ausreichend beantwortet wird. Vielleicht auch mal was ganz anderes. Vielleicht sucht man ein bestimmtest 3D-Modell was man nicht aufgetrieben bekommt, hat einen Fehler gefunden und will wissen ob der schon bekannt ist oder sucht einfach Leute mit denen man fachsimpeln kann.

Ich persönlich hab z.B. die Erfahrung gemacht, das die Hotline zwar gut ist, die auch alle meine Fragen fachkompetent beantworten können oder sich sehr viel Mühe geben die Fehler zu finden. Die sind aber 'nur' während der Bürozeiten zu erreichen. Hier im Forum ist man meist schneller mit der Fragestellung und der passenden Antwort. Meistens kann man die Beantwortung der Fragen schon in Minuten messen. So schnell kann keine Hotline zurückrufen.

Bei dem Reseller sitzen sagen wir mal 5 Leute in der Hotline und die müssen alle Ihre Kunden bedienen. Bei Cad.de schreiben alleine im SWX-Forum mittlerweile etwas über 2900 Leute (von denen ca. 250 Leute regelmäßig anwesend sind), die dir helfen können und denen du dann auch irgendwann helfen kannst. Zeit ist Geld, gerade wenn man an der Mühle sitzt, gleich 'ne Präsentation hat und man jetzt gerade nicht weiter kommt.

Trotzdem sollte man sich immer vor Augen halten, dass CAD.de eine Plattform ist, in der andere User kostenlos aber freiwillig ( !!!! ) Ihre Hilfe anbieten. Gerade weil die User aus vielen verschiedenen Bereichen kommen ist die Qualität der Tipps und Hilfen meist besser, da aus vielen verschiedenen Richtungen "gedacht" wird und auch gute Tipps zum "work around" kommen, wenn ein Problem wirklich mal unlösbar scheint.

Aber auch oder gerade hier gilt: Alle Angaben ohne Gewähr

Viele weitere gute Tipps und Tricks sowie auch viele nützliche Downloads bekommt man z. B. auf der inoffiziellen SWX-Hilfeseite (http://solidworks.cad.de)

Seit Februar 2006 ist auch eine neue Seite von CAD.de, die http://hilfe.cad.de online. Diese Seite soll neuen Usern den Einstieg und Umgang mit CAD.de erleichtern. Wenn man nicht schon beim Einstand mit den ersten Fragen kein Fettnäpfchen auslassen will, sollte man sich die Seite unbedingt ansehen.


Stand 23.02.06

Schlußwort


Ich habe diesen kurzen Text erstellt um den Neulingen und Neuanwendern die (aus meiner Sicht) meistgestellten Fragen aus dem CAD.de- Forum zu beantworten ohne das die sich lange durch die Suchfunktion suchen müssen in denen oft nur auf die Suchfunktion oder alte Themen verwiesen wird. Und bevor noch viel mehr Themen erstellt werden in denen wieder auf alte Themen verwiesen wird und die User nicht regelmäßig das Gleiche schreiben müssen gibt's jetzt dieses Text.

Ich hoffe ich konnte etwas Licht ins SolidWorks-dunkel bringen un die Info's helfen dem einen oder anderen Neuanwender. Sollten bestimmte Dinge noch unklar sein können die Fragen ja noch im Cad.de-Forum besprochen werden.

Die Texte stammen größtenteils von mir, teilweise hab ich sie auch aus den verschiedenen Beiträgen kopiert. Ich bitte den Raub zu entschuldigen, wenn die Texte hier nicht mehr gebraucht werden gebe ich sie selbstverständlich dem Eigentümer zurück.


Viele Grüße

Euer Wurfsche

Thomas Witt


Links zu SolidWorks

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Diese Seite wurde bisher 621 mal abgerufen. Diese Seite wurde zuletzt geändert um 17:54, 26. Nov 2011.
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